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Seite 1 von 14 In diesem Essay möchte ich untersuchen, wo die Schwächen der präsidentiellen Systeme Lateinamerikas liegen und wie daraus resultierende Probleme gemildert werden können. Hierbei soll weniger auf die historischen Hintergründe eingegangen werden, obwohl diese natürlich eine Rolle in der Entwicklung der politischen Systeme spielen, sondern vor allem auf die strukturellen Unterschiede zwischen parlamentarischen und präsidentiellen Systemen und ihre Effekte. Ich möchte also zunächst die Schwächen des Präsidentialismus in Lateinamerika darstellen und diskutieren. Hierfür möchte ich die Begriffe „präsidentielles System“ und „parlamentarisches System“ kurz definieren. Ihre besonderen Merkmale werden im folgenden Abschnitt deutlich, in dem ich an einzelnen Merkmalen des Präsidentiellen Systems seine Vor- und Nachteile abwäge.
Ich beziehe mich dabei im Besonderen auf zwei Werke. Mainwaring und Shugart vertreten in ihrem Buch „Presidentialism and Democracy in Latin America“ (Cambridge, 1997) eine Position, die das präsidentielle System eher befürwortet (auch wenn sie ausdrücklich kritisch-distanziert bleiben). Sie antworten damit auf die Präsidentialismuskritik von Juan Linz, der unter anderem in seinem Essay „The Perils of Presidentialism“ (1990) die These vertritt, parlamentarische Systeme seien stabiler und „demokratischer“ im Sinne einer gerechteren Repräsentation von Interessen im politischen Prozess. Nach der Analyse der Probleme der präsidentiellen Systeme werde ich ein Fazit ziehen und Lösungsvorschlage diskutieren.
Meine These lautet also zunächst, dass die Instabilität der Systeme vor allem strukturell erklärt werden kann. Man sollte dennoch andere Faktoren wie die wirtschaftliche Situation, Effekte der Globalisierung und die spezifische politische Kultur Lateinamerikas in Betracht ziehen. Des weiteren vertrete ich die Position, dass auch Veränderungen zu mehr Stabilität und demokratischen Elementen in den Verfassungen Lateinamerikas durch Reformen innerhalb des Systems erreicht werden können.
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